Kan Yu – das Tao des Feng Shui ?

KanYu das Tao der Architektur

Ein Versuch der Einführung, doch wie soll oder wie kann man über Kan Yu reden? Ein Meditations-Weg, der ins Sein führt, dort wo gleichzeitig alles und nichts ist, dort wo ein Handeln gleichzeitig aus Tun und Nichttun besteht. Wie vermag man etwas zu beschreiben oder gar zu erklären, wenn die Ebenen des Verstandes oder des Mentals alles für unlogisch erklären und es daher ablehnen würden?

Wie vermag man über etwas zu reden, wofür es in der heutigen Kommunikations- und Denkweise noch keine geeignete Sprache gibt? Wie soll oder kann man es wagen, den Anspruch zu erheben, das es sich beim Kan Yu um etwas wieder Erkennbares und gleichzeitig um etwas Neuartiges handelt?

Wie führt man Dinge, die aus Einheit kommen wieder in die Einheit zurück, obwohl diese Dinge selbst die Einheit verleugnen, da sie nur in Separationen denken?

Eine Menge Fragen.

All diese Fragen habe ich mir gestellt, als ich mich auf den Weg machte, den Ruf zu erfüllen und die Lehre des Kan Yu wieder zu erinnern. Ich machte mich auf nach China, wo Kan Yu seinen Ursprung hat. Kan Yu bedeutet einfach übersetzt „Der Weg des Himmels und der Erde“. Mein Freund und Kollege Herr Professor Zhu von der Yangzhou Universität, selbst ein namhafter Feng Shui Berater, suchte nach Veröffentlichungen. Er setzte seine Studenten an die Arbeit Literatur zu finden. Doch die Ergebnisse waren mehr als spärlich.

Kan Yu gilt als der Ursprung des Feng Shui, übersetzte er die Schriften.

Aus ihm sind die unterschiedlichen Feng Shui Richtungen hervor gegangen. Sein Wissen ist tief, und wurde von Meister zu Meister weiter gegeben. Es ist eine dienende Wissenschaft, jenseits von Sprache.

So blieb mir selbst nur der Weg der Meditation, um dieses tiefe Wissen zu erfahren, seine Möglichkeiten in der Tiefe der Seele zu erkennen. Die Erde selbst ist dabei meine Lehrerin. Der Himmel mein Lehrer. Der Weg ist ein langer. Ich forsche schon mehrere Jahre, und bin noch lange nicht am Ende. Das Wissen, dass sich kundtut ist unendlich. Es lehrt Räume zu erkunden und gleichzeitig stellt es den Raum zur Verfügung. Es ergründet sich ausschließlich nur durch Zulassen, nicht durch Wollen. Es fordert ein Handeln ohne zu handeln, ein gleichzeitiges Wahrnehmen von Einheit und Vielfalt.

Im Kan Yu geht es darum einen Weg aufzuzeigen,

der die Menschen im derzeitigen Wandlungsprozess der Erde unterstützt. Dieser Wandlungsprozess ist unsere Evolution. So unglaublich es sich auch anhört. Es geht um eine weitere Stufe des Bewusstseins, um ein Verlassen der alten Paradigmen hinein in etwas Neues, Unbekanntes.

Dieser Weg ist nichts anderes als ein Weg des Nach-Innen-Gehens um die Tiefen des Bewusstseins zu enthüllen und im Sein anzukommen. Ein beruhigendes Gefühl von nach Hause kommen stellt sich ein. Gleichzeitig entfaltet sich eine unendliche Transformationskraft.

Der Prozess der Transformation ist ein immer währender Prozess.

Und dennoch, was den Menschen betrifft, geschieht er sehr langsam.

Menschen verharren in ihren Denkstrukturen. Dem Intellekt stehen die Sinne zur Verfügung. Diese aber können gemäß ihres Charakters nur Teile des gesamten SEINS, des Daseins, deutlich wahrnehmen. Und die Beschreibung des Wahrgenommenen kann nur dadurch klar verständlich gemacht werden, indem ihre Worte sorgfältig trennen, abgrenzen und ausschließen.

Die Dinge jedoch, die über die vom Intellekt bestimmte Form des Geistes hinaus gehen, werden als Phantasie oder als Illusion der Sinne betrachtet. Nach der langen Reise der Vorherrschaft des Intellekts und des technischen Fortschritts muss aber festgestellt werden, dass die grundlegenden Fragen über das Leben nicht beantwortet sind. Das die Grundlegenden Bedürfnisse des Menschen nach Harmonie, Wohlbefinden und Sinn im Leben nicht befriedigt wurden.

Es ist an der Zeit, über die Grenzen hinaus zu wachsen und sich dem Wesenhaften zuzuwenden und sich an dem Bewusstseinsprozess und der dazugehörigen Transformation zu beteiligen.

“… mach Dein Wissen zu hoch für Gedanken, deine Freude zu tief für Gefühle.” (Sri Aurobindo)

Diese Worte lassen jeden, der sich bemüht aus sich selbst heraus wachsen. Grenzen sprengen und Ankommen im Herzen, dort wo die Sprache des Neuen gesprochen wird.

Wir müssen nur lernen zuzuhören.


 

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *